B&A Metallaufbereitung: Wertschöpfung aus jeder Fraktion

Die B&A Metallaufbereitungs-GmbH in Nürnberg gewinnt aus komplexen Metallgemischen, wie Shredder-Schwerfraktionen, hochwertige und sortenreine Sekundärrohstoffe bis hin zu marktfähigen Produkten. Gemeinsam mit STEINERT entstand ein Anlagenkonzept, das Business Case, Produktqualität und Wertschöpfung präzise miteinander verbindet.

Wer heute im Metallrecycling erfolgreich sein will, braucht mehr als Durchsatz. Gefragt sind Anlagenkonzepte, die aus komplexen Eingangsmaterialien exakt definierte, vermarktungsfähige Produkte erzeugen. Die B&A Metallaufbereitungs-GmbH in Nürnberg zeigt, wie konsequent sich dieser Anspruch in einen industriellen Business Case übersetzen lässt.

Das Unternehmen wurde 2010 mit dem Ziel gegründet, Metallmischfraktionen aus unterschiedlichen Shredderprozessen sortenrein aufzubereiten. Heute steht B&A für einen Ansatz, der im Markt zunehmend an Bedeutung gewinnt: trockene, flexible und hochwertige Metallaufbereitung, ausgerichtet auf wechselnde Inputqualitäten und anspruchsvolle Absatzmärkte.

Hinter dieser Entwicklung steht eine klare unternehmerische Idee. Die Geschäftsführer Sebastian Brandmayr, Roland Fischer und Christopher Witton setzen nicht allein auf einzelne Maschinen, sondern auf ein abgestimmtes Sortierkonzept. Gemeinsam mit dem STEINERT Team wurde analysiert, welche Produkte der Markt verlangt, welche Qualitäten aus den verfügbaren Materialströmen erreichbar sind und welche Technologie an welcher Stelle den größten Wertbeitrag leistet.

Kabelkonzentrat und Edelstahl aus Allmetal

Den Einstieg bildet jeweils die Nichteisenmetallabscheidung. Er schafft die notwendige Vorstufe, um wertvolle NE-Metalle aus dem Materialstrom zu gewinnen und die nachfolgenden sensorbasierten Sortierschritte gezielt zu versorgen.

Aus dem Allmetall-Gemisch werden anschließend mit einem STEINERT KSS CLI unter anderem Kabel- und Edelstahlkonzentrate separiert. Die Kombination aus Farberkennung, 3D-Laser und induktivem Sensor ermöglicht eine flexible Zuordnung einzelner Objekte und erhöht die Sortiertiefe deutlich.

Präzision für hochwertiges Knetaluminium

Die zweite Sortierlinie ist besonders zukunftsweisend: Aus ZORBA erzeugt B&A ein sauberes Knetaluminiumprodukt. Dafür kommt ein STEINERT XSS T EVO 5.0 Sortiersystem zum Einsatz, das mit Röntgentransmission arbeitet. So lassen sich Dichteunterschiede auswerten und komplexe Materialgemische präziser trennen. Für Aluminiumrecycler ist genau diese Fähigkeit entscheidend: Nur wer Gussaluminium, Schwermetalle und Störstoffe zuverlässig entfernt, kann hochwertige Aluminiumfraktionen für anspruchsvolle Märkte bereitstellen.

Doch der Prozess endet nicht beim Aluminium. Die Dropfraktion aus dem ZORBA-Strom, bestehend aus Gussaluminium und gemischten Schwermetallen, wird in einem weiteren Schritt über eine STEINERT KSS XF L gefahren. Die Röntgenfluoreszenz-Technologie analysiert die elementare Zusammensetzung des Materials und erlaubt damit die gezielte Gewinnung hochwertiger Schwermetallfraktionen wie Kupfer und Messing sowie einer Gusseisenfraktion.

Aus Restfraktionen werden Umsatzpotenziale

Gerade diese Kaskade macht den Showcase interessant: B&A betrachtet Restfraktionen nicht als unvermeidbaren Abgang, sondern als Ausgangspunkt zusätzlicher Wertschöpfung. Jeder Sortierschritt ist auf ein klares Produktziel ausgerichtet. Das Ergebnis ist ein Anlagenkonzept, das Rohstoffverluste reduziert, Produktqualitäten erhöht und dem Unternehmen zusätzliche Vermarktungsoptionen eröffnet.

Für die Branche ist B&A damit ein Beispiel für eine neue Generation mittelständischer Metallaufbereiter. Nicht die Größe entscheidet, sondern die Fähigkeit, Material, Markt und Technologie intelligent zusammenzuführen. In Nürnberg zeigt sich, wie aus einer klugen Geschäftsidee, konsequenter Umsetzung und enger technischer Abstimmung ein Showcase entsteht, der weit über den Standort hinaus Relevanz hat.